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Bis zum Jahre 1802 gehörte Mömbris zum Kurfürstentum Mainz. Im gleichen Jahr als Aschaffenburg 1814 zu Bayern kam, wurde auch Mömbris bayerisch und der Gerichtsbarkeit Aschaffenburg unterstellt. Im Gemeindewappen, das Mömbris seit dem Jahre 1961 führt, sind diese wesentlichen Tatsachen der Geschichte symbolisch dargestellt Das silberne Schwert mit goldenem Griff weist auf die Freigerichtsbarkeit hin. Das Frei-, bzw. Zehnt- und Hochgericht stand in enger Verbindung zum deutschen Königtum, bis es um die Wende vom 15. Jahrhundert dem Landfürstentum des Erzbischofes von Mainz und den Fürsten von Hanau-Münzenberg gelang, sich die Oberhoheit anzueignen, die schließlich von 1738 - 1802 allein dem Kurfürsten von Mainz zukam. Die Laubkrone im Gemeindewappen versinnbildlicht die hohe Bedeutung des Königtums für die Entstehung und Ausbildung der Gerichtsgemeinde. Das sechsspeichige silberne Rad, das Wappenzeichen von Kurmainz, erinnert an die enge Verbindung mit dem Erzbistum Mainz. Am 11. Dezember 1963, also nur kurze Zeit nach der Annahme des Gemeindewappens, wurde die Gemeinde Mömbris zum Markt erhoben. Nicht alle Bürger wußten damals etwas mit der Bezeichnung "Markt" anzufangen, bis eine Erklärung gefunden war: "Ein Markt is so e Zwischeding zwischen Gemoinde unn Stadt". Durch die Entwicklung der Mittelpunktgemeinde und durch die Gebietsreform, die sich in den Jahren 1972 - 1978 vollzog, stieg die Einwohnerzahl des Marktes auf heute mehr als 12.000 Bürger. |
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Die wirtschaftliche Entwicklung ging anfangs nur müsam voran. In den vielen kleinen Ortsteilen des heutigen Marktes gab es außerhalb der wenig entwickelten Landwirtschaft kaum Möglichkeiten den Lebensunterhalt zu sichern. In den Dörfern wohnten kleine Bauern, die sich durch Gastwirtschaften, Schmieden, Metzgereien, Bäckereien und Bertreibern von Mühlen ein kleines "Zubrot" verdienten. In dieser Zeit sicherten sich viele arme Familien ihren Lebensunterhalt als Weber. Als es in den Landgerichtsbezirken Aschaffenburg, Lohr und Orb keinen einzigen gewerbsmäßigen Leinenweber mehr gab, wurden im Kahlgrund noch 134 Weber gezählt. Diese wirtschaftliche Entwicklung führte dazu, daß im 18. und 19. Jahrhundert viele Mömbriser auswanderten. Bis 1888 haben 911 Bürger allein in Amerika einen neuen Anfang zu reichtum und Ansehen versucht. Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung kamen mit dem Bau der "Kahlgrundbahn" im Jahre 1898, durch den Mömbris mit den benachbarten hessischen Industriestädten Hanau, Frankfurt und Offenbach verbunden wurde. Viele der heutigen Mömbriser Bürger verdienen - nicht zuletzt durch diese Maßnahme - noch heute im hessischen Nachbarland ihren Lebensunterhalt. Die Kahlgrundbahn im Volksmund "Bembel" genannt, wurde im Laufe der Jahre mit modernen Triebwagen ausgestattet. Aber auch heute "dampft" die alte Lokomotive noch traditionsgemäß zu Ostern durch den Kahlgrund. Im 19. Jahrhundert verdienten sich viele unserer Bürger - vor allem aber Frauen - ihr Geld durch Perlenstickerei und Zigarrenfabrikation. Bereits im Jahre 1885 arbeiteten ca. 600 Personen in Geiselbach, dem damaligen Zentrum der Perlenstickerei. Seit 1898 bildet sich der Raum zwischen Schimborn, Mensengesäß, Mömbris und Niedersteinbach (entlang der Kahlgrundbahn) als Zentrum der Zigarrenindustrie heraus. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ging die Perlenstickerei immer mehr zurück, weil das Zigarrenmachen lohnender war. Als herausragende Persönlichkeit aus dem kirchlichen Leben dürfen wir Herrn Pfarrer August Wörner und Herrn Pater Ivo Zeiger bezeichnen. Schon im August 1935 hatte sich Pfarrer Wörner gegen die Verunglimpfung katholischer Priester durch die NSDAP gewandt. In einem monatelangen schwelenden Kampf prangerte Pfarrer Wörner immer wieder mutig die zunehmende Verspottung der Priester durch den Nationalsozialismus an, obwohl er die spätere Verhaftung bereits ahnte. Pfarrer August Wörner wurde am 28.12.1936 verhaftet. In dem am 05.01.1937 ausgestellten Schutzhaftbefehl wurde ihm "verwerfliche Wühlereien", "hetzerischer Kanzelmißbrauch" und "fanatische Hetze" vorgeworfen. Pater Ivo Zeiger lebte von 1898 bis 1952. Er war Rektor des Germanicums in Rom und Sonderbeauftragter des Papstes. Trotz seiner hohen Stellung in der katholischen Kirche hat er nie den Kontakt zu seiner Heimatgemeinde verloren. Die Mömbriser Hauptschule und das Pfarrzentrum des "größten Sohnes unserer Gemeinde", wie Pater Ivo Zeiger respektvoll genannt wird. An Persönlichkeiten aus dem politischen Leben sind zu erwähnen: Dr. Heinrich Degen. Er war Mömbriser Bürger und Landrat des ehemaligen Landkreises Alzenau. Unter Altbürgermeister Anton Reising, der die Geschicke der Gemeinde über 35 Jahre lang lenkte, entwickelte sich Mömbris von einer ländlichen gemeinde zu einer zentralen Kommune im Kahlgrund mit ausgeprägter Infrastruktur und hohem Wohnwert. Der Markt hat durch die Ansiedlung von zahlreichen Industriebetrieben und durch die Erschließung vieler Baugebiete Vorsorge für künftige Entwicklung getroffen. Zum Kahlgrund
Orteverzeichnis ......und........
zur Landkarte vom Kahlgrund |
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